Interview

Unter dem Motto: „Homöopathie. Natürlich. Meine Entscheidung!“ starten wir von der DHU eine breit angelegte Initiative.

Interview mit Dr. Annette Schönauer

Bitte stellen Sie sich uns kurz vor.

Frau Schönauer: Seit den Anfängen meines Medizinstudiums beschäftige ich mich bereits mit der Homöopathie. Wie sie in der Klinik angewendet wird, habe ich in meiner Zeit als Ärztin im Praktikum im Dr. von Haunerschen Kinderspital in München erfahren. Für mich war es sehr bereichernd, dass ich die konventionelle Medizin und die Homöopathie gleichzeitig erlernt habe, so waren diese beiden Ansätze für mich nie Gegensätze – es passt einfach gut zusammen. Dann bin ich 2004 ins Kinderkrankenhaus Landshut gegangen, weil ich die Medizin so praktizieren wollte, wie ich sie erlernt habe. Hier gibt es eine sehr offene Haltung zur integrierten Medizin, auch weil immer mehr Eltern nach begleitenden Maßnahmen zur Schulmedizin fragen.

…wie wird dies denn in der Praxis umgesetzt?

Frau Schönauer: Wenn die Eltern das wünschen, oder auf Vorschlag der Kollegen, werde ich von allen Stationen zu individuellen Beratungen, den Konsilien, hinzu gezogen. Eine Besonderheit in unserem Haus ist, dass verschiedene Heilmethoden fest im Klinikkonzept verankert sind. Neben der Homöopathie bieten wir die klassischen Naturheilverfahren, TCM und die anthroposophische Medizin an. Die verschiedenen Berufsgruppen, sei es die Schwestern, die Physiotherapeuten oder die Ärzte wenden nach entsprechender Anleitung in ihren Bereichen die Methoden, oder Teile davon, selbstverständlich an – immer so, wie es für den Patienten passt.

Wie wird dieses erweiterte Medizinkonzept von Ihren Kollegen akzeptiert?

Frau Schönauer: Gerade in der Kinderheilkunde sind wir froh über jede Maßnahme, mit der wir den Kindern helfen können. Da die integrierte Medizin im Gesamtkonzept des Krankenhauses verankert ist, arbeiten hier hauptsächlich Kollegen, die dies auch schätzen.

Welchen Stellenwert nimmt die Homöopathie in dem Konzept ein?

Frau Schönauer: Die Homöopathie war die erste komplementäre Methode, die hier eingeführt wurde. Wir haben für Ärzte und Pfleger ein Handbuch für Standardsituationen mit bewährten homöopathischen Indikationen erstellt. Das ist im ganzen Haus bekannt und auch im Intranet nachlesbar, so dass jede Schwester und jeder Arzt bestimmte Krankheitssituationen homöopathisch begleiten kann. Entstanden ist das Material aus den Schulungen, die ich hier gegeben habe, dabei konnte ich unter anderem auf die Erfahrungen vom Dr. Haunerschen Kinderspital zurückgreifen.

…das heißt, dass die Homöopathie fest im Konzept verankert ist?

Frau Schönauer: Genau, die Homöopathie gehört fest zum Medizinkonzept unseres Krankenhauses.

Also lässt sich die Homöopathie gut in ein Krankenhaus integrieren?

Frau Schönauer: Ja, sie lässt sich super integrieren kombinieren. Es gibt zum Beispiel Studien, die belegen, dass es Sinn macht, Neugeborene mit einer Gelbsucht auch homöopathisch zu behandeln. Warum sollten wir darauf verzichten?

Kommen wegen der Homöopathie Patienten zu Ihnen?

Frau Schönauer: In meine Sprechstunde kommen sicherlich viele Eltern mit ihren Kindern auch auf Empfehlung anderer Eltern, weil ich Homöopathie anbiete. Aber unser Kinderkrankenhaus hat auch ein sehr großes Einzugsgebiet und obendrein einen sehr guten Ruf. Aus einer Befragung wissen wir, dass etwa 80 Prozent der Eltern es sehr schätzen, dass wir hier Homöopathie anwenden, nur die allerwenigsten, etwa 5 Prozent, sagen Nein zu unserem Angebot.

Eröffnen sich durch Homöopathie und Co. weitere Therapieoptionen?

Frau Schönauer: In der Kombination der Methoden liegt für mich der Erfolg. Bei einer Lungen- oder Nierenbeckenentzündung bin ich froh, dass ich die Infektion sofort mit Antibiotika eindämmen kann. Wenn die heftigen Symptome abgeklungen sind, ist das Kind aber nicht ganz gesund. Zum Ausheilen der Erkrankung setze ich dann Homöopathie ein. Schon während der Akutphase kann ich mit Homöopathie die Heilung unterstützen, sowie Symptome der Krankheit und eventuelle Nebenwirkungen der Therapie behandeln.

Machen Sie eine konventionelle Diagnostik und ergänzen diese mit einer homöopathischen Anamnese?

Frau Schönauer: Ja. Die Kinder werden auf eine Station aufgenommen, genauso, wie wahrscheinlich in jedem anderen Krankenhaus auch. Der behandelnde Arzt entscheidet dann aber, ob er mich noch hinzuzieht, das heißt, ich arbeite auch stationsübergreifend. Ich kenne die Krankenakte, befrage aber zusätzlich im Sinne der Homöopathie die Eltern des Patienten. Dabei erhalte ich oft weitere nützliche Informationen für die Therapie und die behandelnden Kollegen. Mir erzählen die Eltern teilweise auch eher, ob sie den Kindern bereits Globuli gegeben haben oder Hausmittel anwenden. Solche Informationen gehen bei der regulären Visite häufig unter, da Eltern manchmal denken, dass es unwichtig sei, oder in einer Klinik nicht gut aufgenommen werden könnte.

Gibt es Erkrankungen, bei denen die Homöopathie besonders gute Erfolge hat?

Frau Schönauer: Da gibt es viele Situationen, etwa wenn Kinder sich kein Blut abnehmen lassen wollen und in Panik geraten. Da sind Globuli hilfreich und wir müssen kein chemisches Beruhigungsmittel geben. Oder bei Harnverhalten nach einer Operation, auch hier hat sich die Homöopathie gut bewährt. Auf der Säuglingsstation bekommen Neugeborene Globuli bei Koliken, zusätzlich werden aber auch noch Kümmelbauchauflagen gemacht.

Erzählen Sie uns bitte von einem ihrer größten Erfolge?

Frau Schönauer: In die Notaufnahme kam an einem Wochenende eine Mutter mit ihrer Tochter, sie hatte eine eitrige Mittelohrentzündung. In der Notfallaufnahme, in der akuten Situation, gab ich dem Kind ein Antibiotikum. Da die Mutter aber erzählte, dass ihre Tochter und der jüngere Sohn sehr häufig krank seien, dass sie nicht ins Schwimmbad oder einen Skikurs belegen könnten, informierte ich sie über die Möglichkeit einer konstitutionellen homöopathischen Behandlung, beispielsweise in meiner homöopathischen Sprechstunde im Kinderkrankenhaus. Sie vereinbarten Termine, und ich habe nacheinander mit den Kindern ausführliche homöopathische Anamnesen gemacht und sie konstitutionell behandelt. Eine Zeitlang habe ich nichts mehr von der Familie gehört. Dann bekam ich Fotos geschickt, von einem Ausflug ins Schwimmbad und von einem Skikurs der Kinder.

Wie beurteilen Sie die Wissenschaftlichkeit der Homöopathie?

Frau Schönauer: Obwohl mir natürlich die qualitativ guten Studien zur Homöopathie bekannt sind, ist für mich als Ärztin meine Erfahrung überzeugender als jede Studie – ganz gleich ob konventionell oder komplementär.

Homöopathie Kritiker halten Homöopathie für gefährlich, da konventionelle Therapien vernachlässigt würden – wie sehen Sie das?

Frau Schönauer: Das kann bei uns in der Klink niemals vorkommen, da wir eben nicht nur die eine ODER nur die andere Medizin anwenden. Wir erleben täglich im Krankenhaus das sinnvolle Zusammenspiel von Schulmedizin und Homöopathie oder den anderen Methoden, die wir anbieten, die sich zum Wohle des Patienten gegenseitig bereichern. Die Eltern unsrer kranken Kinder bestätigen immer wieder genau das: dass sie es schätzen, nicht mehr allein mit der Verantwortung zwischen den Stühlen sitzen zu müssen.

Weitere Experteninterviews mit Wissenswertem zum Thema Homöopathie finden Sie hier. Hinweis: Die Aussagen in den Interwies geben die persönlichen Auffassungen der Gesprächspartner wieder und werden von uns im Kontext der Diskussion um und über Homöopathie zugänglich gemacht.

Dr. med. Annette Schönauer

Ärztin Homöopathie

Privatpraxis, Termine nach Vereinbarung
Altstadt 28 im 2. OG
84028 Landshut

Tel.: 0176 34356479
E-Mail: dr.schoenauer@globukids.de
Web: www.globukids.de

 

 

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